Die Verbandsversammlunge des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord hat im Hinblick auf die Vergabe der SPNV-Leistung auf der Strecke Boppard - Emmelshausen (Vergabeverfahren "Hunsrückbahn") nunmehr entschieden, den Zuschlag an das Eisenbahnverkehrsunternehmen Rhenus Veniro aus Mainz zu erteilen.
"Dies ist eine bedeutende und richtungsweisende Entscheidung für den Schienenpersonennahverkehr im Norden von Rheinland-Pfalz. Hiermit ist die Zukunft der im August diesen Jahres 100 Jahre alten Strecke mindestens bis zum Jahre 2029 gesichert", so Landrat Bertram Fleck in seiner Funktion als Verbandsvorsteher des SPNV-Nord.
Bei der nicht elektrifizierten Nebenstrecke Boppard - Emmelshausen, die als landschaftlich reizvolle Verbindung zwischen dem Mittelrheintal und dem Hunsrück touristisch sehr attraktiv ist, handelt es sich im Abschnitt zwischen Boppard Hbf und Boppard Buchholz um eine sog. Steilstrecke, die besondere Anforderungen an den Betrieb stellt. Hier sind insbesondere das Erfordernis eines zweiten Lokführers auf dem Steilstreckenabschnitt sowie die speziellen Anforderungen an das Fahrzeug zu nennen. Vor allem dadurch sind sowohl die laufenden Kosten als auch die Investitionskosten deutlich höher als bei üblichen Strecken.
Gerade deshalb war es erforderlich, im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens ein Eisenbahnverkehrsunternehmen zu finden, das den Betrieb auf der anspruchsvollen Hunsrückbahn Boppard - Emmelshausen langfristig zu finanziell tragbaren Bedingungen erbringen kann.
Dabei war es dem SPNV-Nord besonders wichtig, bereits im Vergabeverfahren auf das Know-how der Eisenbahnverkehrsunternehmen zurückgreifen zu können, um Einspar-potenziale eruieren und nutzen zu können. Daher wurde mit dem sog. Verhandlungsverfahren bewusst eine alternative Verfahrensweise zum sonst üblichen sog. offenen Verfahren beschritten, welches den Vorgaben hinsichtlich Transparenz und Diskriminierungsfreiheit genügt.
Das mit der europaweiten Veröffentlichung Mitte Februar 2007 eingeleitete Vergabeverfahren "Hunsrückbahn" hat im Rahmen eines aufwändigen Auswahlprozesses mit intensiven Verhandlungen und gründlichen Prüfungen der eingereichten Angebote schließlich zu dem Ergebnis geführt, dass das finale Angebot der Rhenus Veniro am wirtschaftlichsten ist.
Dabei ist besonders erfreulich, dass mit der Vergabeentscheidung zu Gunsten von Rhenus Veniro ein mittelständisches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz den Zuschlag für die Erbringung der Verkehrsleistungen auf der Hunsrückbahn Boppard - Emmelshausen erhalten soll.
Hinzu kommt, dass als Ergebnis des Vergabeverfahrens "Hunsrückbahn" der Betrieb auf der Strecke Boppard - Emmelshausen nicht nur langfristig gesichert ist, sondern auch die Qualität der Verkehre gegenüber heute spürbar verbessert wird. Besonders deutlich für die Fahrgäste wird dies an den modernen Dieselleichttriebwagen, die mit der Betriebsübernahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 auf der Hunsrückbahn zum Einsatz kommen.
Die jetzt erfolgte Entscheidung des Zweckverbandes war nicht zuletzt auch die Voraussetzung dafür, dass die DB Netz AG in den kommenden Sommerferien die dringend erforderliche Generalsanierung der Strecke durchführen wird.
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