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Eifelstrecke Köln-Gerolstein-Trier soll für Deutschlandtakt weiter ausgebaut werden

SPNV-Aufgabenträger und zuständige Landesministerien veröffentlichen Absichtserklärung zur ausgebauten Eifelstrecke

Die Eifelstrecke zwischen Köln, Gerolstein und Trier soll künftig eine noch stärkere Rolle im regionalen und grenzüberschreitenden Bahnverkehr spielen. Dafür haben zentrale Akteurinnen und Akteure aus Politik und öffentlichem Personennahverkehr eine gemeinsame Grundlage geschaffen.

 

Absichtserklärung – Memorandum of Understanding

Im Februar und März 2026 wurde eine gemeinsame Absichtserklärung über die länderüberschreitende verkehrliche Nutzung der Eifelstrecke Köln – Trier unterzeichnet und am 3. März 2026 an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder übergeben. Unterzeichner sind der Zweckverband go.Rheinland, der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), das Mobilitätsministerium des Großherzugtums Luxemburg und das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes (MUKMAV) in ihrer Rolle als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sowie die für den SPNV zuständigen Landesministerien Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz (MKUEM) und Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV).

 

Zweigleisiger Ausbau der Eifelstrecke

In der Absichtserklärung dokumentieren die Unterzeichner ihr gemeinsames Interesse, durch einen bedarfsgerechten zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke sowie weiterer flankierender Maßnahmen die Städte Köln, Trier, Luxemburg und Saarbrücken mit einem neuen Deutschlandtakt-konformen SPNV miteinander zu verbinden. Den Unterzeichnern ist bewusst, dass die Erreichung des Zieles nur in Etappen möglich sein wird. Es wird angestrebt, die Maßnahmen bis zum Zielhorizont 2035 umzusetzen.

 

Status Quo

Wesentlicher Bestandteil des RE-Netzes in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die sehr erfolgreich unter dem Markennamen SÜWEX laufenden RE-Linien RE 1, RE 2, RE 4 und RE 14 des Südwestexpress-Netzes. Ein weiterer Bestandteil des derzeitigen Angebots ist der stündlich verkehrende RE11 aus dem benachbarten Luxemburg nach Koblenz, der im aktuellen SÜWEX-Konzept in Trier mit dem RE1 gekuppelt wird und vereinigt als RE1/RE11 nach Koblenz fährt.

Die Unwetterkatastrophe vom 14. Juli 2021 hat die 160 km lange Eifelstrecke von Köln nach Trier in weiten Teilen zerstört. In der Krise haben Bund und die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Chancen des Wiederaufbaus genutzt und beschlossen, die 160 km lange Strecke im Zuge des Wiederaufbaus mit modernen Stellwerkstechnik auszurüsten und auch zu elektrifizieren. Die Arbeiten zur Elektrifizierung sollen nach aktuellem Planungsstand bis Dezember 2028 fertiggestellt sein.

Eifelstrecke fitmachen für den Deutschland-Takt

„Die bisherigen Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um an der Eifelstrecke die dargestellten Ziele des Deutschlandtakts zu erreichen“, heißt es in der Absichtserklärung.

Mithilfe des Deutschlandtakts sollen die Züge deutschlandweit und perspektivisch auch europaweit besser aufeinander abgestimmt und dadurch Umsteige-, Reise- und Transportzeiten deutlich gesenkt werden. Hierfür muss das Schienennetz so ausgebaut werden, dass die Züge des Nah- und Fernverkehrs zu einer bestimmten Zeit (meistens zur Minute 00 oder 30) an den großen Bahnhöfen (Knotenbahnhöfen) ankommen und untereinander Anschluss haben. Dies bedeutet, dass die Züge so schnell fahren müssen, wie es für das Erreichen des jeweiligen Bahnhofs zur Anschlusssicherung erforderlich ist. Der passgenaue Ausbau der Schieneninfrastruktur erfolgt dabei anhand eines Zielfahrplans, der einen Integralen Taktfahrplan (ITF) widerspiegelt und zugleich Güterzugtrassen mit attraktiven Transportzeiten in den Taktverkehr integriert.

Geplante Verkehrsleistungen

Der Zielfahrplan sieht vor, dass zwischen den Städten Köln und Trier ein stündlicher schneller Regionalexpress mit einer Reisezeit von unter 2:20 Stunden verkehrt, der in Köln und Trier in die jeweiligen Taktknoten eingebunden ist.

In Trier sollen die Züge alle zwei Stunden umsteigefrei nach Luxemburg und alle zwei Stunden umsteigefrei in Richtung Saarland bzw. Mannheim fahren. Ergänzend hierzu sollen Züge stündlich von Koblenz bis Trier fahren und dort jeweils alternierend zu den Zügen aus Köln in Richtung Luxemburg und ins Saarland bzw. Mannheim fahren.

Durch den erst dann vorhandenen Taktknoten Trier wäre Luxemburg direkt oder mit einmaligem Umsteigen stündlich schnell mit Köln über die Schiene verbunden.

Die Einwohner der unteren Saar von Konz in Richtung Saarland bzw. Mannheim würden stündlich eine attraktive Verbindung nach Köln erhalten.

Von einer schnellen stündliche Verbindungen Richtung Köln, Saarbrücken und Luxemburg würden auch die Einwohner im Westen von Rheinland-Pfalz um Trier und in der Vulkaneifel um Bitburg und Gerolstein profitieren.

In zahlreichen Gesprächen hat auch die regionale Wirtschaft gute Verbindungen für die Stärkung der eigenen Standorte gefordert. Mit dem Ausbau wird auch das heimische Aufkommen an Güterverkehr berücksichtigt.

Parallel zu den genannten Infrastrukturmaßnahmen und geplanten Verkehrsleistungen wird im Raum Köln die Konzeption der neuen S-Bahn verfolgt, welche sich auch auf der Eifelstrecke bis nach Euskirchen/Kall erstrecken soll. Nördlich von Kall ist die Eifelstrecke bereits durchgehend zweigleisig, so dass zwischen Hürth-Kalscheuren und Kall im Wesentlichen der Anschluss an das zur Entflechtung von Personen- und Güterverkehr geplante Überwerfungsbauwerk Kalscheuren (Ortsumfahrung Hürth-Fischenich) sowie neue Weichenverbindungen benötigt werden, um die Strecke leistungsfähig zu ertüchtigen.

 


Downloads: 

Absichtserklärung über die länderüberschreitende verkehrliche Nutzung der Eifelstrecke Köln – Trier

 


„Die Eifelstrecke ist eine zentrale Lebensader für die Menschen und die Wirtschaft in unserer Region. Mit dem angestrebten Ausbau schaffen wir die Voraussetzung für deutlich bessere Verbindungen – innerhalb von Rheinland-Pfalz, nach Nordrhein-Westfalen und über die Grenzen hinweg bis nach Luxemburg und ins Saarland. Der Deutschlandtakt gibt uns dabei den klaren Rahmen vor: mehr Verlässlichkeit, bessere Anschlüsse und kürzere Reisezeiten. Dieses Ziel erreichen wir nur gemeinsam und Schritt für Schritt. Die Absichtserklärung ist dafür ein wichtiges Signal.“

SPNV-Nord Verbandsvorsteher Achim Hallerbach, Landrat Kreis Neuwied